Burgkunstadt

Spitzname: “Schusterbum oder Miestkörb”

Homepage Stadt Burgkunstadt: http://www.burgkunstadt.eu

 

Geschichte der Stadt Burgkunstadt

8. Jahrhundert bis 1058, erste Siedlungsanfänge
Ausschnitt aus dem Codex Eberhardi (erhaltene Kopie der originalen Schenkungsurkunde) über die Schenkung Burgkunstadts aus dem 12. Jh. Wann das Gebiet der heutigen Stadt Burgkunstadt erstmals besiedelt wurde, ist unklar. Die ersten schriftlichen Angaben zur Besiedelung der Gegend stammen von 741 n. Chr., wobei eine frühere Besiedlung nicht ausgeschlossen ist. Keramikfunde in der Oberstadt legen eine slawisch-geprägte Siedlung im 8. Jahrhundert als erste größere Siedlung nahe. Zentral an Handelsstraßen und dem schiffbaren Main gelegen, kam Burgkunstadt schon bald eine große Bedeutung als Handelsstadt zugute.
Zwischen 827 und 851 n. Chr. wurde in der Urkunde einer Schenkung der Gräfin Blitrud an das Kloster Fulda erstmals eine „villa kunestadt“ erwähnt, was auf einen Statthalter/Stadtherrscher namens Kunibert deutet. Es ist jedoch unklar, ob es sich dabei um Burgkunstadt oder Altenkunstadt handelte. Bereits ab 830 n. Chr. gab es in Burgkunstadt eine weitläufige, rund 5000 m² große Burganlage von großer militärischer Bedeutung mit einem weitläufigen Herrschaftsbezirk. Zu dieser Zeit gab auch schon eine kleine Siedlung am Fuße des Berges. Während der Karolingerzeit gab es mit der Bamberger Burg nur eine einzige vergleichbare Festung in ganz Oberfranken.

1059–1429 Entwicklung zum Munizipalstädtchen
Erwähnung des Aepelin de Counstat im Synodalprotokoll von 1059
Die erste urkundlich gesicherte Erwähnung Burgkunstadts stammt vom 13. April 1059. Dort wird ein Aepelin de Counstat genannt, der vermutlich mit dem Burggraf Adalbert von Constat identisch ist.
Um 1160 war die Burganlage eine staufische Reichsburg, die vor allem von Friedrich Barbarossa als Sammelplatz und Rekrutierungsstelle für seine Italienfeldzüge genutzt wurde. 1160 wurde das castrum cunstat jedoch dem Bamberger Bischof Eberhard II. übergeben, der es hauptsächlich zur Sicherung der Handelswege nutzte. Um diese Zeit hatte Burgkunstadt bereits einige nicht näher bekannte Privilegien.
Die erste urkundliche Bestätigung der Stadterhebung Burgkunstadts befindet sich in der ältesten Bamberger Hochstiftsurbar von 1323 oder 1327. Einige spätere Quellen deuten darauf hin, dass die Stadt bereits rund 100 Jahre vorher hochstiftische Munizipalstadt mit bestimmten Stadtrechten war.
Fürstbischof Friedrich von Bamberg verlieh der Stadt mit Zustimmung des Dompropstes und des Domkapitels am 27. April 1426 sämtliche Güter, Zenten und Lehen in der Stadtmarkung, die bis dahin Mannlehen waren, als Stadtrecht. Dies hatte zur Folge, dass der städtische Grund und Boden freies Eigen und kein Lehen mehr war, für das Steuern bezahlt werden mussten. Im Gegenzug forderte der Fürstbischof 1441, dass ihm die Stadt als Festung dienen sollte.

1430–1649 Kriegszeiten
Die gut zwei Jahrhunderte zwischen 1430 und 1649 stellen für Burgkunstadt sehr kriegsgezeichnete Jahre dar. Die Hussiten brandschatzten 1430 die Burgkunstadter Unterstadt. 30 Jahre später, in einem Kleinkrieg zwischen dem hohenzollerschen Markgrafen Albrecht Achilles von Ansbach-Bayreuth und dem Bamberger Fürstbischof Georg I. wurde die Oberstadt im Juni 1460 verwüstet.

1517 übernahmen die Burgkunstädter die Lehre Martin Luthers und blieben evangelisch bis zum Ende des Jahrhunderts. Trotz der Gegenreformation im Jahr 1598 blieb bis zum Jahre 1624 ein konfessionelles Durcheinander, da die Bamberger Bischöfe die Rückkehr zum katholischen Glauben forderten, die Burgkunstadter Markgrafen hingegen die Beibehaltung der protestantischen Konfession ihrer Untertanen.

Im Bauernkrieg von 1525 unterstützten die Burgkunstadter Bürger die Bauern und plünderten und zerstörten im Zuge des Krieges mehrere Klöster und Schlösser. In Burgkunstadt wurden die Altenburg und das Alte Schloss zerstört, wovon die Sage von der Goldenen Wiegehandelt. Da sich Burgkunstadt im Juni 1525 nicht ergeben wollte, befahl das Hochstift, die Stadt zu plündern und die Aufständischen zu töten, woraufhin die Stadt doch kapitulierte. Als Strafe wurden einige Hinrichtungen vollzogen und Geldstrafen auferlegt.

Im Zweiten Markgrafenkrieg wurde die Stadt im Oktober 1553 von Albrecht Alcibiades angegriffen und besetzt. Als er die Stadt verließ, steckte er die Oberstadt in Brand, so dass nahezu alle Häuser abbrannten.
Die Pest brach in Burgkunstadt 1312, 1348, 1448, 1473 und 1626 wieder aus. In diesem Jahr starben 195 Burgkunstadter an der Krankheit, was etwa ein Drittel der damaligen Bevölkerung ausmachte. Die Toten wurden in zwei Massengräbern beim Friedhof beigesetzt.

Stadtteile
Burgkunstadt, Weidnitz, Mainroth, Theisau, Gärtenroth, Neuses, Kirchlein, Mainklein, Ebneth, Hainweiher, Wildenroth, Hainzendorf, Eben, Reuth, Flurholz, Meuselsberg, Kaltenreuth, Lopphof, Pfaffeggetten, Neue Weiher

AMTLICHE WAPPENBESCHREIBUNG (BLASONIERUNG)
In Blau über einer silbernen Zinnenmauer mit offenem Tor ein rot bedachter silberner Zinnenturm, beiderseits je ein silbernes Haus mit rotem Dach.

WAPPENGESCHICHTE
Burg Kunstadt wird erstmals 1059 urkundlich beim Übergang aus dem Erbe der Grafen von Schweinfurt an das Bistum Bamberg erwähnt. Seitdem ist Burgkunstadt ein hochstiftischer Amtssitz, der 1325 als Stadt bezeichnet wird, eine Stadtrechtsverleihung ist allerdings nicht bezeugt. Aus dem Jahr 1350 ist der Abdruck eines Siegels überliefert mit der Umschrift S. CIVIVM CIVITATIS IN BWRCVNSTAT. Das Bild zeigt eine Mauer mit geschlossenem Tor und einen Turm, daneben ein kleines Gebäude mit Kreuzen auf dem Dach. Die Mauer und der Turm stellen wohl die Burg dar, auf der die Herren von Kunstat und die Herren von Ebneth saßen, das Gebäude mit den Kreuzen die Ortskirche. In einem Siegel um 1450 taucht ein zweites Gebäude in Schrägansicht auf, das Stadttor ist seitdem geöffnet. Das Wappenbild erscheint auch in der Bamberger Vasallentafel von 1603 und in einer Zeichnung von 1812.

WAPPENDATEN
Wappenführung seit14. Jahrhundert
Rechtsgrundlage Durch Siegelführung seit 1350 belegt
Änderung 1450 taucht das zweite Gebäude auf, seitdem ist das Tor geöffnet.

 

  • Titelbild Burgkunstadt
    Titelbild Burgkunstadt
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