Kapelle St. Jakob

Am Fuß des Burgbergs

„Vor fremder Herrschaft Gütern und Lehen: Ittem bei der Cappeln Sant Jacobs daselbst Ist ein Behausung, die gehort zu der gemeldten Capellen, laidt auch nichts mit gemeiner Stat”, so lautet es in dem ältesten Urbar der Stadt Lichtenfels aus dem Jahre 1513. Diese erste urkundlich belegte Nachricht bezieht sich auf die nordwestlich vor der Altstadt auf einem Ausläufer des Burgberges stehende Kapelle, die dem hl. Jakob, dem Schutzpatron der Pilger, geweiht ist. Der Baukern des Kirchleins dürfte aber bei weitem älter sein und vermutlich in die 1. Hälfte des 14. Jhs. zurückgehen. Eine Hochblüte des Jakobskultes ist besonders im 11. Jh. festzustellen. In dieser Zeit entstanden an den wichtigsten Knotenpunkten und Plätzen der ganz Europa durchziehenden Pilgerstraßen Jakobskirchen. Sie dienten der Rast der frommen Wanderer.

Während des zweiten Markgrafenkrieges wurde im Jahre 1553 die Jakobskapelle durch einfallende feindliche Truppen gebrandschatzt. 1737 vergrößerte man den Baukörper nach Osten. Einem Schreiben des Stadtmagistrates zu Lichtenfels an das hiesige Landgericht aus dem Jahre 1825 zufolge hatte die St. Jakobskapelle beim „Durchzug der großen französischen Armee im Jahr 1806 als Magazin, zum Teil aber auch als Detentionsort der zurückgebrachten preußischen Gefangenen” gedient. Mit der Entwürdigung des geistlichen Ortes litt gleichzeitig die Bausubstanz der Kapelle. Das Landgericht Lichtenfels sah somit, da die Jakobskapelle nicht aus eigenen finanziellen Mitteln instand gesetzt werden konnte, keine Veranlassung, den Bau für weitere liturgische Zwecke zu erhalten. Stadtpfarrer Heinrich Schwend führte jedoch zähe Verhandlungen mit den Behörden der Stadt, so dass die alte Jakobskapelle dank einer Kollekte der Bürger saniert und am 15. Sept. 1830 neu geweiht werden konnte.

Die Jakobskapelle setzt sich aus einem zweiachsigen, flachgedeckten Hauptraum und einem eingezogenen Chor zusammen, der platt endet. Der um 1700 mit gewundenen Säulen ausgestattete Altar zeigt in seiner Nische den Schutzpatron der Pilger, den hl. Jakob. Besondere Beachtung verdienen die Holzfiguren der HII. Petrus und Paulus, die um 1500 in einer Bamberger Werkstatt entstanden sein dürften. Das Wandgemälde des hl. Christophorus ist in das frühe 17. Jh. zu setzen. Es wurde von Hans Bayerlein im Jahre 1919 restauriert. Blickfang am linken Nebenaltar ist eine überlebensgroße stehende Muttergottes aus dem frühen 17. Jh. Zum Schmuckstück der Jakobskapelle wird aber die Kanzel, deren balusterförmiges Geländer in der 1. Hälfte des 18. Jhs. entstanden sein dürfte. Ihre gotisierenden Relieffiguren führen die HII. Petrus und Paulus, Heinrich und Kunigunde, sowie den Salvator vor Augen. Die Kanzel dürfte vermutlich vorher im Kloster Langheim oder in Vierzehnheiligen gestanden haben.


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